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Heizung ersetzen im denkmalgeschützten Haus

Zuletzt aktualisiert: 2025 · Lesezeit: 6 Minuten

Die alte Ölheizung muss raus - aber Ihr Haus steht unter Denkmalschutz. Welche Heizsysteme die Denkmalpflege akzeptiert, wo die Probleme liegen und worauf Sie bei der Planung achten müssen.

Warum die Heizung bei geschützten Gebäuden ein Thema ist

Der Heizungsersatz selbst ist bei der Denkmalpflege in der Regel unproblematisch - die Fachstelle hat kein Interesse daran, alte Ölkessel zu erhalten. Problematisch wird es bei den Begleiterscheinungen: sichtbare Aussengeräte bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, Leitungsführung durch historische Räume, Durchbrüche in historischem Mauerwerk, Veränderungen am Kamin oder Schornstein.

Die gute Nachricht: Es gibt für fast jede Situation eine Lösung. Die Fachstellen sind beim Thema Heizungsersatz deutlich flexibler als bei Fassaden oder Fenstern - weil die Heizung den historischen Charakter des Gebäudes in der Regel nicht verändert, solange die sichtbaren Auswirkungen minimiert werden.

Welche Systeme funktionieren

Erdsonden-Wärmepumpen sind die eleganteste Lösung für geschützte Gebäude: Die Sonden verschwinden im Boden, die Wärmepumpe steht im Keller, und von aussen ist nichts zu sehen. Die Bohrung erfordert eine separate Bewilligung (Gewässerschutz), die aber bei den meisten Standorten unproblematisch ist. Die Kosten sind höher als bei Luft-Wasser-Systemen, die Betriebskosten dafür tiefer.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die häufigste Variante. Das Aussengerät muss so platziert werden, dass es vom öffentlichen Raum aus nicht sichtbar ist und die historische Fassade nicht beeinträchtigt. Typische Standorte: Innenhof, Rückseite des Gebäudes, Keller mit Luftzufuhr. Schallschutz ist wichtig - insbesondere bei eng bebauten Altstadtlagen.

Pelletheizungen sind bei Fachstellen in der Regel akzeptiert. Das Pelletsilo kann im Keller oder in einem Nebengebäude untergebracht werden. Der bestehende Kamin kann oft weiterverwendet werden, sofern er den Anforderungen entspricht.

Fernwärme ist in Städten mit ausgebautem Netz die einfachste Option - ein Wärmetauscher im Keller, keine sichtbaren Installationen, kein Aussengerät.

Gasheizung als Übergangslösung: In der Schweiz werden fossile Heizungen schrittweise durch erneuerbare ersetzt. Viele Kantone verbieten den Einbau neuer Ölheizungen bereits. Gasheizungen sind vielerorts noch erlaubt, gelten aber als Übergangstechnologie. Wenn Sie ohnehin sanieren, lohnt es sich, direkt auf erneuerbar umzusteigen.

Förderung

Der Heizungsersatz wird über die kantonalen Energieförderprogramme gefördert - unabhängig vom Denkmalschutzstatus. Die Förderbeiträge variieren nach Kanton, Heizsystem und Leistung. Zusätzlich können denkmalpflegerische Mehrkosten (z.B. besondere Leitungsführung durch historische Räume) über die Denkmalpflege-Förderung abgedeckt werden.

Nächster Schritt

Über unseren Anfrage-Service finden Sie Architekten und Haustechnikplaner, die denkmalgeschützte Gebäude kennen und den Heizungsersatz mit den Anforderungen der Fachstelle in Einklang bringen.


Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2025.

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