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Dach sanieren bei denkmalgeschützten Gebäuden

Zuletzt aktualisiert: 2025 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Dach ist die Schutzhülle Ihres Baudenkmals - und oft das Element, das am dringendsten saniert werden muss. Was bei geschützten Dächern erlaubt ist, welche Materialien die Denkmalpflege verlangt und warum die Eindeckung den Unterschied macht.

Warum das Dach besonders geschützt ist

Das Dach prägt die Silhouette eines Gebäudes und das Ortsbild ganzer Stadtviertel. Historische Eindeckungen - handgestrichene Biberschwanzziegel, Naturschiefer, Kupfer, Holzschindeln - haben eine eigene Ästhetik, die mit modernen Standardziegeln nicht reproduzierbar ist. Deshalb verlangt die Denkmalpflege, dass bei einer Dachsanierung die historische Eindeckung erhalten oder in der gleichen Art erneuert wird.

Was bei geschützten Dächern typischerweise erlaubt ist

Erneuerung der Eindeckung mit historischem Material. Wenn die vorhandenen Ziegel, Schiefer oder Schindeln am Ende ihrer Lebensdauer sind, können sie durch neues Material der gleichen Art ersetzt werden. Handgestrichene Biberschwanzziegel werden heute noch von wenigen Ziegeleien hergestellt. Naturschiefer wird aus traditionellen Brüchen bezogen. Holzschindeln werden von spezialisierten Holzbauern von Hand gespalten.

Dachdämmung von innen. Die Dämmung des Dachstocks ist in der Regel unproblematisch, solange die Eindeckung und die sichtbare Dachstruktur erhalten bleiben. Die Dämmung wird zwischen oder unter den Sparren angebracht. Bei der Materialwahl empfehlen sich Holzfaserdämmplatten oder andere offenporige Materialien, die mit der historischen Holzkonstruktion bauphysikalisch kompatibel sind.

Reparatur des Dachstuhls. Historische Dachstühle - Pfetten-, Sparren- oder Kehlbalkendächer - werden repariert, nicht ersetzt. Beschädigte Balken werden einzeln ausgetauscht, Holzverbindungen nach historischem Vorbild ergänzt. Der Erhalt des originalen Dachstuhls ist oft ein zentrales Anliegen der Fachstelle.

Erneuerung von Dachrinnen und Blecharbeiten. Kupferrinnen und Kupferblecharbeiten an der Traufe, am First und an den Graten werden nach den historischen Profilen erneuert. Zinkblech oder Aluminium sind bei geschützten Gebäuden in der Regel nicht akzeptiert - Kupfer ist das Standardmaterial.

Was nicht geht

Der Austausch einer historischen Eindeckung durch moderne Standardziegel oder Betondachsteine wird bei geschützten Gebäuden nicht bewilligt. Ebenso wenig der Einbau von Dachfenstern, die das Erscheinungsbild der Dachfläche wesentlich verändern. Dachaufbauten wie Gauben oder Lukarnen können bei geschützten Gebäuden nur errichtet werden, wenn sie historisch belegt oder ortsbildverträglich sind.

Was eine Dachsanierung kostet

Die Kosten hängen stark von der Dachfläche, dem Material und dem Zustand des Dachstuhls ab. Für ein typisches Einfamilienhaus (ca. 150 m² Dachfläche) liegen die Kosten bei einer Neueindeckung mit historischen Biberschwanzziegeln inkl. Lattung bei CHF 50.000 bis 100.000 inklusive Dachdämmung von innen. Bei Naturschiefer oder Holzschindeln höher.

Förderbeiträge: 20 bis 40 Prozent der beitragsberechtigten Kosten durch Bund und Kanton. Zusätzlich Energieförderbeiträge für die Dachdämmung.

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Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2025.

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